Implantologie

Ein langfristiges Ziel der Zahnheilkunde besteht darin, nach Zahnverlust neue Zähne, z.B. durch Einpflanzen von Zahnkeimen, wachsen zu lassen. Dies ist jedoch aus jetzigem Stand der Forschung nicht möglich.


Im Bereich der Einpflanzung künstlicher Zahnwurzeln konnten jedoch in den letzten Jahren herausragende Fortschritte verzeichnet werden. Vor etwa 25 Jahren bestanden noch Zweifel hinsichtlich der Fragen, ob diese sogenannten „Implantate“ generell vom Körper angenommen werden, und wenn ja, ob diese ausreichend belastbar und auch auf längere Dauer erhaltbar sind. In der Zwischenzeit konnten mehrere Millionen von Implantaten zur vollen Zufriedenheit der Patienten eingesetzt werden.

Viele Implantate sind heute aus Titan. Dieser Werkstoff weist eine optimale Gewebeverträglichkeit, auch „Biokompatibiliät“ genannt, auf. Daher ist er auch Hauptbestandteil von Hüftprothesen, Herzschrittmachern, Epithesen und vieler Fixierungsschrauben in der Orthopädie. Diese Eigenschaft stellt eine grundlegende Voraussetzung für gute Langzeitergebnisse dar. In den letzten Jahrzehnten wurden unterschiedliche Implantatsysteme entwickelt, wobei sich vor allem Schraubenimplantate durchgesetzt haben, da diese in unterschiedlichen Größen und Länge erhältlich sind.
Die Implantatoberflächen können mittels spezieller Verfahren weiter behandelt werden, um die Einheilung in den Kieferknochen zu optimieren. Hierfür wird die Oberfläche entweder angeraut oder mit speziellen Beschichtungen versehen, was eine Vergrößerung der Knochenkontaktfläche und somit eine höhere Stabilität bewirkt. So kann auch die Einheilzeit verkürzt werden.

Ein Implantat besteht in der Regel aus mehreren Einzelteilen:

  
Wo bei verkürzten Zahnreihen früher herausnehmbare Prothesen die einzige Möglichkeit der Versorgung darstellten, können heutzutage implantatgetragene festsitzende Brücken eingesetzt werden. Bei Einzelzahnlücken kann so auf ein Beschleifen der Nachbarzähne zur Verankerung einer Brücke verzichtet werden, indem einer implantatgetragenen Einzelkrone dem Vorzug gegeben wird.

Studien zeigen, dass die Haltbarkeit von Zahnimplantaten ständig steigt. Momentan kann schon von einer statistischen Überlebensrate von über 95 % für 10 Jahre ausgegangen werden. Da die Oberflächen und der Aufbau der Implantate ständig weiterentwickelt werden, können auch die statistischen Überlebensraten optimiert werden. Von den ersten eingesetzten Implantattypen liegen bereits Fälle vor, die eine mehr als 30-jährige Lebensdauer aufweisen. Man kann heute davon ausgehen, dass bei einer guten Mundhygiene und regelmäßigen professionellen Zahnreinigungen ein Implantat ein Leben lang hält.

Heute besteht in fast jedem Fall die Möglichkeit zur Implantation. Mit dem heutigen Stand der Technik können in den meisten Fällen, über einen Knochenaufbau trotzdem Implantate gesetzt werden.

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